Folgende Formationen werden in der vSAF verwendet:

1) Line-abreast / Spread
Die Line-abreast ist eine der häufigsten Gefechts-Formationen: Die Flugzeuge der Gruppe fliegen in einem der Situation angepassten Abstand nebeneinanderer her und können somit alle gleichzeitig ihre Waffen zum Einsatz bringen. Normalerweise beträgt der Abstand im Kampf etwa 0.5 bis 1 Meile zwischen Flugzeugen eines Elements und 1 bis 2 Meilen zwischen zwei Elementen, doch kann das nach oben und unten variieren. Taktisch hat diese Formation den Vorteil, dass ein Gegner sich für ein Element entscheiden muss um dieses anzugreifen: ist der Angriff erkannt kann das nicht angegriffene Element dem Gegner effizient in die Flanke fallen.
Befohlen wird die Formation vom Leader durch "Hornet-Flight, Line-abreast!"  oder häufiger durch "Hornet-Flight, go Spread!".

 

2) Wedge / Echelon / Catena
Der Wedge ist die wohl am einfachsten zu fliegende Formation, da hier der Leader immer bequem im vorderen Quadranten sichtbar ist und man den Kopf nicht sehr verdrehen muss - dafür stört oftmals der Kabinenrahmen, da dieser meist eben grad den Leader verdeckt. Der Wedge wird kaum im Kampf eingesetzt, sondern wird vor allem im Streckenflug verwendet, um die Kräfte und Ausdauer der Piloten zu schonen. Die Abstände können im Keil sehr klein sein, doch je näher man sich kommt desto anstrengender wird die Formation. Oft wird in einem viel zu engen Winkel geflogen (d.h. der Leader ist zwischen 11 und 12 Uhr zu sehen), obwohl ein Winkel von 45°, also Leader zwischen 10 und 11 Uhr, optimal wäre.
Befohlen wird die Formation vom Leader durch "Hornet-Flight, go Wedge!". "Hornet-Flight, Echelon left / right!" kann verwendet werden um anzugeben auf welcher Seite des Leaders der keil gebildet werden soll.

 

3) Trail / Colonna
Die Colonna ist eine ebenfalls sehr einfach zu fliegende Formation: Der Leader ist immer auf 12 Uhr sichtbar und Referenzpunkte wie HUD oder Kabinenrahmen können bequem genutzt werden. Der Hauptvorteil der Colonna im Gefecht ist, dass die hinteren Flugzeuge von den vorderen verdeckt werden, was das Ermitteln der Anzahl für den Gegner erschwert. Die Colonna wird deshalb oft von angreifenden Erdkämpfern verwendet. Nachteilig hingegen ist die Tatsache, dass sich die Flügelmänner im Trail nur sehr schlecht gegenseitig decken können.
Befohlen wird die Formation vom Leader durch "Hornet-Flight, go Trail!".

 

 

 

4) Fingertip
Diese Formation trägt ihren eigenartigen Namen, weil die Flugzeuge darin wie die Fingerspitzen einer Hand von oben betrachtet aussieht (ohne Daumen...). Die Fingertip-Formation ist eine wichtige Formation im Luftgefecht, vor allem wenn mit gegnerischen Jägern gerechnet werden muss: Die Flugzeuge der beiden Elements sind jeweils gegeneinander schräg versetzt - so dass sich die Piloten gut gegenseitig abdecken können - und die Elements sind ebenfalls versetzt angeordnet und decken sich gegenseitig. Im Beispiel rechts etwa sichert Nr.1 primär nach vorne und sekundär nach rechts, Nr.2 primär nach rechts und sekundär nach vorne, während Nr.3 und 4 entsprechend den linken Sektor absichern. Der Fingertip kann somit eigentlich als etwas taktischere Line-abreast-Formation angesehen werden und auch die Distanzen sind ähnlich. Im Luftkampf haben hier meist 1 &2 die angreifende und 3 & 4 die deckende Rolle. Ein weiterer Vorteil ist dass die Leader resp. Referenzflugzeuge für alle Piloten im vorderen Quadranten zwischen10 und 2 Uhr angeordnet und somit immer gut sichtbar sind, was die Formation einfach und bequem zu fliegen macht
Befohlen wird die Formation vom Leader durch "Hornet-Flight, go Fingertip!".

 

5) Vis-Ident / Visuelle Identifikation
Dieser Abschnitt befasst sich mit dem Verhalten während der visuellen Identifikation potentiell gefährlicher Flugzeuge - eine wichtiges luftpolizeiliches Verfahren selbst in Friedenszeiten. Hier wird ein einzelnes unbekanntes Flugzeug von einer Zweierrotte abgefangen und identifiziert. Zu Zeiten der Mirage III RS war dabei oft eine Amir im Verband mit einem Tiger im Einsatz, wobei die Amir die Identifikation und Dokumentation des abgefangenen Flugzeugs vornahm.
Das ganze Läuft folgendermassen ab: In einer ersten Phase (1) nähern sich die Jäger auf gleicher Höhe bis etwa 0.5 Meilen hinter den Bogey (=unidentifiziertes Flugzeug) und gleichen die Geschwindigkeit an. Dann fliegt eines der Flugzeuge (Eyeball = das identifizierende Flugzeug) direkt neben den Bogey während sich die zweite Maschine (Cover = das deckende Flugzeg) direkt hinter den Bogey verschiebt (2). Der Bogey kann nun vom Eyeball identifiziert und photographiert werden (3), wären der Cover die ganze Situation um im Falle einer aggressiven Handlung des Bogeys sofort Gegenmassnahmen ergreifen könnte (d.h. den Gegner im Notfall abschiesst...). Der Eyball hat allenfalls auch die Aufgabe, mit dem Bogey zu kommunizieren und ihn - je nach Situation -  zur Landung zu geleiten oder aus dem Schweizer Luftraum zu eskortieren.