Abenteuer mit
dem Kanu
[Bilder vom
13.05.07]
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Am Sonntag wurden wir von zwei Kolleginnen
vom Silvolab (das Institut an dem wir
uns temporär eingerichtet haben) und ONF (Office National des Fôrets) zu einem
Kanuausflug den Rivière de Tonnégrande hoch eingeladen. Wenig positiv
stimmte uns der heftige Regen, den wir schon während dem Z'morge draussen niedergehen hörten...

...doch nur wenige Minuten später begrüsste uns die Sonne und
entschädigte uns mit einem herrlichen Regenbogen für ihren kurzen
Aussetzer.

Schnell und frohen Mutes schnallten wir den Alu-Kahn des
Instituts an unseren Berlingo. Das Häuschen im rechten Bild ist übrigens
- haltet
Euch fest - eine Unterkunft für die hiesigen Doktoranden. Erklärt
schon mal ansatzweise wieso alle Doktoranden die wir hier bisher
getroffen haben partout nicht nach "La Métropole" (will heissen das französische
Festland) zurückkehren möchten...
Der Einstieg zum Rivière de Tonnégrande liegt etwa 50 Auto-Kilometer südwestlich von Kourou. Obwohl ganze 25km von der Küste entfernt unterliegt der kleine Fluss starkem Tidenhub und wird somit einerseits bei Ebbe von Süsswasser aus dem Hinterland und andererseits bei Flut vom Meerwasser beeinflusst. Ist halt 'ne ziemlich flache Gegend hier!

- Dieses Bild prägt Euch gut ein! -
Mangroven und ein verlassenes Boot bei unserer
Einwasserungsstelle am Morgen...

Schliesslich paddelten wir los Flussaufwärts, über spiegelglattes Wasser,
entlang Mangroven und unendlich weitem Dschungel. Gut am
grauen Schleier auf den Pflanzen im rechten Bild zu erkennen, wie hoch das
Wasser bei Flut steigt.

Unsere fröhliche Paddelgruppe bestand aus Lucile (l.), Andy (h.), Laëtitia (r.)
und einem Hut (v.). Im
Wald links und rechts herrscht absolute Stille - mal abgesehen vom ständigen
Zirpen, Gackern und
Quietschen der Urwaldfauna...

Hier ein paar Reflektionen...
Schliesslich wurde der
Bach etwas enger und die Strömung stärker. Dann begann ein heftiger
Platzregen (der meine Kamera leider für längere Zeit in den wasserdichten
Plastiksack verbannte, sorry). Dann wurde die Strömung dank Regenabfluss noch
stärker, und wir waren gezwungen an gewissen kniffligen Stellen auszusteigen und
unser Gefährt per Hand den Fluss hoch zu zerren, schieben und reissen.
Das war sehr witzig, aber auch anstrengend und eher feucht.
Ich meine hier eine ungefähr Kinn-tiefe Feuchtigkeit. Ich habe dabei unter anderem auch
gelernt das a) mit Kampstiefeln Schwimmen ziemlich scheisse geht (aber es
geht...), und dass es umgekehrt aber b) wesentlich angenehmer ist in
besagten Stiefeln durch den unsichtbaren Untergrund zu waten als mit Flip-Flops.
Dazu der Regen, der düstere Wald der gar nicht mehr sooooo freundlich wirkt in
solchen Situationen, die Sorge um die Trockenheit von Kamera, Portemonnaie und
unseren Baguettes. Echt cool, eh? Also mir hat's gefallen!
Oh, übrigens gibt's in diesen Gewässern auch Kaimane und Piranhas, aber beides
eher selten und - zumindest bei den Piranhas - keine sehr aggressiven Tiere.
Mehr in Acht nehmen muss man sich vor im Brackwasser heimischen Rochen: deren
stachelige Rücken können ganz fiese Verletzungen zur Folge haben, wenn man
versehentlich auf so 'nen flachen Knorpelfisch trampelt.

Klatschnass pausierten wir dann schliesslich um unsere - oh Schreck - sehr
pampigen Brötli zu verspeisen. Zum Glück blieb meine Kamera
trocken und ich konnte bei der sich sehr schnell wieder zurückmeldenden Sonne
weiterfötelen...

Kaum waren wir wieder einigermassen abgetropft hüpften wir aber schon wieder ins
erfrischende Nass,
und kämpften gegen eine sehr starke Strömung! Strampeln an Ort war angesagt, wie
hier Andy
demonstriert...

...und auch ich wurde nicht weggeschwemmt. Wirkt irgendwie elfisch,
dieses innere Glühen, nicht?

...nochmals Grünheit...

Auch das gibt's: eine Lichtung im Urwald! Rechts das Paddelteam kurz vor dem
Zurückpaddeln. Also eigentlich war's mehr ein Gleiten,
denn die Strömung war ja jetzt mit uns, nicht gegen uns. So ohne Paddelgeräusche
ist es natürlich nochmals einen Zacken friedlicher, und
man hört jede Zikade, jeden Totenkopfäffli und jeden Vogel...

Und so sah's zurück am Start aus! Der alte Kahn ist
nun wieder mal voll in der Flut abgesoffen und die
Wurzeln der Mangroven sind schön untergetaucht!

Flugs das Schiffli wieder angeschnallt, Klimaanlagenkonform
umgezogen und gaaaanz vorsichtig (ziemlicher "Gump-Esel", dieser
Anhänger!) Richtung Kourou zurückgebrettert!

Wenig Verkehr. Viel Sonne. Herrliches Gewölk.
Scheeeee!!!

Und zum Abschluss eines tollen Tages wieder mal ein brennender
Himmel...