Sternenstaub...
[Gedanken vom 9.05.07]
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Nun sitze ich hier hinter
dem Haus locker am Pool. Eine Brasilianerin lächelt mir vom Etikett eines
Importbieres her zu.
Ganz alleine sitz ich
hier, denn meine beiden Mitstreiter stehen wegen einer schicksalhaften Fügung
(will heissen ich war mit Kochen dran, sie jetzt mit Abwaschen…) in der Küche
und klimpern mit Geschirr.
Ich habe das Licht ausgeschaltet und um mich herum ertönt das vielfältige
Zirpen, Surren und Pfeifen der tropischen Insektenfauna bei Nacht.
Ein kleiner blasser Gecko schaut mich mit seinen grossen schwarzen Augen leicht
verdattert an und huscht dann auf seinen Klettverschluss-Tätzchen flink die Wand
hoch.
Von links donnert mucksmäuschenstill eine grosse Fledermaus im Tiefflug über den
Pool, reisst einen High-G Break um eine achtlose Mücke aus der Luft über dem
chlorigen Teich zu pflücken und gleitet dann still wieder in das Dunkel hinaus.
Es ist richtig friedlich hier (ausser für die Mücke von eben...) und ich geniesse die Stille. Wir hatten einen sehr anstrengenden, aber auch sehr erfolgreichen Tag und ich habe nicht einmal ein schlechtes Gewissen ob der Ferienstimmung die mich nun langsam und entspannend durchfliesst.
Wie einzelne Gedanken schieben sich ein paar Wolken über den sternenbesäten Himmel. Grosse und kleine, und alle weich und trotzdem unaufhaltsam. Gedanken lassen sich auch in der Ruhe nicht stoppen, sie kommen und sie gehen.
Aber woher eigentlich? Wohin?!?
Meine Gedanken sind ja nicht wie eine Strasse, klar definiert mit Anfang und Ziel. Eher ähnelt mein entspannter Geist dem über mir aufgespannten Himmel: eine grosse friedliche Ruhe, durchbrochen von einzelnen, hell funkelnden Sternen die vielleicht Gedanken an Menschen sind in meinem Leben?
Wie auch bei Sternen erkennt man beim genauen Hinschauen gewisse Konstellationen im grossen, unendlichen Universum. Ganze Sternbilder verleihen der unendlichen Weite eine gewisse Vertrautheit und Bedeutung.
Ein kleiner Stern scheint vom Himmel zu fallen und brennt für den Bruchteil einer Sekunde eine gleissende Spur ans Firmament.
Die Sternschnuppe inspiriert mich, jemanden etwas Schönes zu wünschen. Dann erlischt sie.
Ich nehme noch einen Schluck brasilianisches Bier, lächle und denke weiter tief tief in den Sternenhimmel hinein. Unter so vielen Sternen kann man ja gar nicht alleine sein…